Google Suchmaschinenoptimierung und die Realität: Ein Erfahrungsbericht
Für viele Unternehmen ist der Internetauftritt zur Markingmaßnahme Nr. 1 geworden. Umso verständlicher ist es, dass auch die Position bei Google fast zur Existenzfrage wird. So ist auch die Zunahme sogenannter “Suchmaschinenoptimierer” (SEO) zu erklären, die in unserem Kundenkreis immer wieder auftauchen. “Nennen Sie uns 4 oder 5 Schlüsselbegriffe und wir sorgen dafür, dass Sie gefunden werden.” Wie das gehen soll, weiss nicht einmal Google selbst, wie in einem speziellen Artikel eben über SEOs geschrieben steht. Interessant ist dabei auch, dass bereits gute Positionierungen einfach ignoriert werden. Kunden werden erst einmal verunsichert. Das ist höchst ärgerlich, weil unsere Arbeit komplett in Frage gestellt wird.
Eine Anekdote:
SEO: Sie werden unter den Suchbegriffen Einfamilienhaus und Spenge nicht gefunden.
Kunde: Wie kann das sein, HEBAtec? Ich zahle monatlich, damit Sie die Positionierungen kontrollieren. Und wir werden nicht gefunden!
HEBAtec: Haben Sie ein Einfamilienhaus in Spenge im Angebot?
Kunde: Äh, nein.
HEBAtec: Wie sieht es denn mit Immobilien und Herford aus?
Kunde: Platz 3 bei über 800.000 Ergebnissen.
HEBAtec: Danke, lieber SEO. Zeit und Nerven stellen wir Dir beim nächsten Mal in Rechnung.
So oder so ähnlich spielt sich das regelmäßig ab. Dabei funktioniert das System Google ganz gut. Zumindest wenn man sich an die Regeln hält, die auch Google empfiehlt. Und erstaunlicherweise lassen sich einige Parallelen zum wirklichen Leben ziehen. Wie kann man die Suchmaschinenposition einer Website nun zu 100% beeinflussen?
1. Die Programmierung der Website
XHTML in seiner reinsten Form. Dabei spielt es keine Rolle, ob strict oder transitional, auf die Qualität kommt es an. Eine Überschrift – ist eine Überschrift – ist eine Überschrift. Und der Seitentitel kann ruhig mehr enthalten als „Unbenanntes Dokument 1“. Gibt man sich also ein wenig Mühe und strukturiert den Aufbau vernünftig, kann Google das Ganze auch gut lesen und entsprechend einsortieren. Eine gute semantische Programmierung macht ca. 40% der Positionierung aus. Es ist also eine Frage, ob der Webdesigner sein Handwerk beherrscht. Das gilt auch für jeden anderen Beruf. Qualität setzt sich durch.
2. Auf den Inhalt kommt es an
Google kann nur das finden, was auch drin steht. Steht etwas häufiger drin, scheint es wichtiger zu sein. Steht etwas im Titel oder in einer Überschrift, scheint es sogar noch wichtiger zu sein. Kombiniert man das alles, kann man leicht Prioritäten setzen. Ergebnis: Google erkennt diese Wertigkeiten und sortiert die Inhalte entsprechend ein. 30%.
Einzelne Keywords in den Kopfdaten benötigt man nicht mehr. Es wurde zuviel Unfug damit getrieben. Weiße Wörter auf weißem Grund sind der Ostfriesischen Nationalflagge (lt. Otto W.) vorbehalten und führen im schlimmsten Fall zum Ausschluss der Website. Im wahren Leben betuppt man auch nicht.
3. Wie aktuell ist Ihre Website?
Eine neuere Website ist interessanter als eine alte. Logisch. Dann macht es auch Sinn, dass im Ergebnis eine neue vor einer alten steht. Wer also mit seiner Website richtig arbeitet, diese regelmäßig auf den neuesten Stand bringt, sich vielleicht noch Gedanken über die Qualität des Inhaltes macht und in zusammenhängenden Sätzen schreibt, hat gute Chancen, weiter nach oben zu kommen. Nochmal 10%.
Es reicht nicht, ein Wort zu ändern und dann die Seite mit neuem Datum hochzuladen. Google speichert zwischen, kann lesen und vergleichen! Eine Zeitung wäre in diesem Fall auch nicht wirklich interessant.
4. “Links!” waren die letzten Worte eines Suchmaschinenoptimierers
Je häufiger auf eine Website verwiesen wird, desto interessanter erscheint sie und wandert weiter nach oben. Und je wichtiger die Website ist, von der verwiesen wird, desto wertvoller ist der Link. Ist eigentlich ganz klar. Dem Tipp vom Freund, welchen Zahnarzt man nehme, folgt man auch eher als einer Anzeige im Branchenbuch – oder bei Google, um es zu komplizieren ;-).
Wie nun macht man eine Seite so interessant, dass auf sie verwiesen wird? Durch Inhalte oder auch durch ein exclusives Design. Dann wird auch verlinkt. Vor allem mit außergewöhnlichen Layouts haben wir mangels aktueller Inhalte gute Erfahrungen gemacht. Diese Websites werden dann in Webgalerien vorstellt und schon hat man ein paar gute Links zusammen. Aber auch hier gilt: Das Design muss so gut sein, dass es sich lohnt, die Website vorzustellen. Und wieder 10%. Und nicht die Backlinks vergessen. Dann profitieren alle davon. Der Zahnarzt hat übrigens gute Arbeit geleistet. Deshalb wurde er empfohlen.
Linkfarmen, spezielle Linkseiten oder Linkkreisel werden erkannt und führen im schlimmsten Fall zum Ausschluss der Website. Im wahren Leben dreht man sich auch eher weniger im Kreis.
5. Niemand weiß Genaues
Es gibt keine Garantien für eine gute Suchmaschinenpositionierung. Und auch wir wundern uns über erste Plätze von Websites, die dort eigentlich nicht sein dürften. Man kann allerdings schon einiges erreichen: „Qualität setzt sich durch“ und „Ehrlich währt am längsten“. So einfach ist das, wenn auch etwas abgedroschen.
Zum Schluß sind 10% über und lassen sich nicht beeinflussen. Dazu gehört u.a. auch der ominöse Pagerank. Ein System, mit dem Google Websites bewertet. Wir haben es noch nicht geschafft, diesen aktiv zu beeinflussen, daher bleibt er in diesem Artikel außen vor. Sonst wäre es auch langweilig und man könnte sich nicht die Haare raufen, wenn Google mal wieder den Algorithmus ändert und man seine Website nicht mehr findet. Dafür gibt es dann Google AdWords. Darüber aber ein anderes Mal.
6. Weitere Informationen zum Thema
Google Richtlinien für Webmaster
Juli 2008
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